Selbstverständnis & Konzept

Wir sind eine Gruppe von derzeit 47 engagierten Menschen von 0-55 Jahren, die sich seit August 2015 regelmäßig treffen, um gemeinsam ein Wohnprojekt mit sozialem Ausdruck zu verwirklichen. Wir sind zum Teil schon seit vielen Jahren befreundet und möchten unseren Alltag gerne dauerhaft miteinander gestalten.

Unser Name ist inspiriert durch die Geschichte der Corrala-Häuser in Spanien, die sich durch ein gemeinschaftliches und solidarisches Zusammenleben auszeichnen. Im Vordergrund steht für uns ein generationsübergreifendes und barrierefreies Wohnen, das unabhängig von Herkunft oder Einkommen verschiedene Lebensentwürfe von der Kleinfamilie bis zur Wohngemeinschaft zusammenbringt. Das bedeutet zunächst, dass wir uns in jedem Schritt der Planung als ein gemeinsames Projekt begreifen, um schließlich unsere Vorstellungen vom kollektiven Wohnen und Leben zu realisieren. Jede Person soll das geben (Zeit, Kapital, Kontakte, know-how etc.), was sie geben kann, um das Projekt zu ermöglichen. Gleichzeitig soll aber niemand ausgeschlossen werden, weil eine oder mehrere Dinge nicht gegeben werden können. Das heißt auch, dass wir Entscheidungen im Konsens treffen.

Wir wünschen uns ein freundschaftliches, solidarisches und gemeinschaftliches Zusammenleben, welches durch Respekt, gegenseitige Unterstützung und Rücksichtnahme geprägt ist. Mit unserer lebendigen Gemeinschaft wirken wir aktiv Vereinzelung und Isolation entgegen und akzeptieren gleichzeitig andere Lebensentwürfe, Rückzugsräume und individuelle Bedürfnisse. Wir begegnen uns auf Augenhöhe, begreifen Vielfalt als Bereicherung und möchten uns konsequent solidarisch verhalten. Zudem verstehen wir uns als ein nachhaltiges und ökologisches Projekt. Daher liegt uns eine energieeffiziente, ressourcenschonende Lebens- und Bauweise am Herzen.

Wichtig sind uns gemeinsame Räume, die ebenfalls Menschen aus dem Stadtteil zugänglich sind, etwa in Form von öffentlichen Veranstaltungen oder einer offenen Fahrradwerkstatt. Wir wollen darüber hinaus Formen des inklusiven Wohnens ermöglichen, indem wir Wohnraum für Menschen bereitstellen, die wie etwa Geflüchtete von strukturellen Diskriminierungen betroffen sind. Sofern Grundstück und Finanzierung es zulassen, wäre es außerdem denkbar soziale Gewerberäume in unser Haus zu integrieren, wie zum Beispiel ein Kulturcafé mit pädagogisch-künstlerischem Atelier oder eine Kindertagesstätte. Diese Räume könnten sogleich als Schnittstelle zum Konzept des inklusiven Wohnens fungieren, indem spezielle partizipative Angebote entwickelt und potentiell Arbeitsmöglichkeiten geschaffen werden.

Im Projekt Corrala wollen wir gemeinsam mit vielen in einem Haus wohnen, in welchem Raum für kollektives Zusammenleben entsteht und gleichzeitig jede*r Platz hat für sich. Zentral sind hierbei die Solidarität untereinander sowie über das Projekt hinaus und die Offenheit für alle Bewohner*Innen und deren Lebensentwürfe.